Hallo zusammen,
gibts hier zwei Dinge, die mir in den letzten zwei Tagen aufgefallen sind und die ich euch nicht vorenthalten will: OctoPrint 2.0.0rc6 und die UniFormation S10 vom Resin-Markt.
Zuerst zu OctoPrint: Maintainerin Gina Häußge hat am 7. Oktober den sechsten Release Candidate von 2.0.0 veröffentlicht (https://github.com/OctoPrint/OctoPrint/releases). Das ist vor allem ein Aufräum-Release. Das wichtigste darin ist die Korrektur eines Fehlers in der Local Storage Komponente, der unter sehr eingeschränkten Umständen zu einer „limited path traversal" in der Download-API führen konnte (Issue #5454). Das hört sich erstmal klein an, ist bei Software aber nicht zu unterschätzen, die direkt am heimischen Netz hängt und Zugriff auf die Maschine hat - auch wenn es nach Aussage des Projekts keinen Exploit und keine betroffene Stable-Version gibt. Wer den RC-Channel läuft, sollte auf rc6 wechseln.
Außerdem wurde ein alter Gcode-Viewer-Plugin-Signatur wiederhergestellt, an dem Plugins wie UICustomizer gehangen haben, und es gibt jede Menge kleinere Fixes: NaN/Inf-Werte beim Speichern von Datei-Metadaten werden abgelehnt, ein Cache-Problem bei Uploads ist weg, die PrintFailed-Event-Race-Condition korrigiert und die Health-Check-Schwellenwerte sind wieder über die Settings-API verfügbar.
Der eigentliche Kontext ist aber der lange Weg zur 2.0.0: Häußge hat Anfang September einen „offenen Brief" an die Plugin-Autoren geschrieben mit der Bitte, die Migration endlich auszuführen. Es gibt sogar das octoscanner-Tool von Jacopo Tediosi, das die betroffenen Stellen findet. Stable-User sind davon nicht betroffen - die RCs kommen über einen separaten Channel und werden ausdrücklich als nicht produktiv sicher eingeordnet.
Dann zur UniFormation S10: der Hersteller aus Shenzhen will damit die Dirty Work vom Resindruck ins Gehäuse holen (https://3dprintingindustry.com/2026-10-06/fil…ssiest-problem/ und https://3dnatives.com/en/uniformation-s10-19763). Nach der letzten Schicht dreht die Bauplattform 180°, neigt 90° für zwei Minuten und lässt überschüssige Harz abtropfen, dann fährt ein Deckel über den Tank und die Plattform wandert in den Wasch-Bereich mit zwei Waschzyklen. Danach gibt es eine dreiseitige Trocknung mit PTC-Heizung bei 35 bis 45 °C. Der Hersteller verspricht 99 % weniger direkten Kontakt mit Harz - das ist natürlich ein Vendor-Zahlen, nicht unabhängig messbar.
Unter der Haube ist es ein MSLA-Drucker mit 16K Monochrom-LCD (15.360 x 6.540 Pixel, 405 nm), 223 x 126 x 200 mm Bauvolumen, 1-Liter-Tank und C5-Kugelumlaufführung mit ±0,005 mm Genauigkeit. Laut wird es bis 60 dB. Unterstützt werden Chitubox, Lychee und die eigene UniFormation Studio. Das Ganze steht auf einem Gehäuse von 620 x 340 x 620 mm - das ist eigentlich eher Schrank als Desktop-Drucker, da bitte vorher messen. Die Kickstarter Kampagne soll Ende Oktober starten, 999 US-Dollar, VIP Early Bird 899, MSRP 1.299, Auslieferung vorrussichtlich März 2027. Curing bleibt eine Option - hier hat man es noch selbst zu tun.
Ich drucke mit einer OctoPrint-Stable-Version, für die das alles nicht relevant ist, aber für alle die mit dem RC Channel mitspielen: ein Blick in die Changelog-Liste lohnt sich auf jden Fall.
Wer von euch nutzt schon den 2.0.0-RC Channel von OctoPrint? Und schaut ihr euch die S10-Kickstarter Ende Oktober genauer an, oder reicht euch euer Wasch-Setup so wie es ist?