Stabiler Rahmen: Das Skelett deines 3D-Druckers enthüllt!
Der Rahmen eines 3D-Druckers ist weit mehr als nur eine Konstruktion aus Metallprofilen – er ist das fundamentale Rückgrat, das über Druckqualität, Präzision und Langlebigkeit deines Geräts entscheidet. Während viele Einsteiger sich auf Extruder und Hotend konzentrieren, übersehen sie oft, dass ein solider Rahmen die Grundvoraussetzung für erfolgreiche Drucke ist. In diesem Artikel erfährst du alles über Rahmenkonstruktionen, Materialen, Geometrien und wie du den passenden Rahmen für deine Anforderungen findest.
Was genau ist der Rahmen eines 3D-Druckers?
Der Rahmen bildet das mechanische Grundgerüst deines 3D-Druckers und trägt alle beweglichen und statischen Komponenten. Er definiert die Geometrie des Druckraums, bestimmt die Steifigkeit der Konstruktion und beeinflusst direkt die erreichbare Druckqualität. Ein stabiler Rahmen minimiert Vibrationen, verhindert Verformungen während des Druckprozesses und ermöglicht präzise Bewegungen in allen Achsen.
Die Rahmenkonstruktion muss mehrere physikalische Anforderungen erfüllen: Sie muss das Gewicht aller Komponenten tragen, dynamische Kräfte während schneller Bewegungen aufnehmen und dabei dimensionsstabil bleiben. Temperaturänderungen, mechanische Belastungen und das Eigengewicht dürfen keine messbaren Verformungen verursachen.
Grundlegende Funktionen des Rahmens
- Strukturelle Integrität: Trägt alle mechanischen Komponenten sicher und stabil
- Schwingungsdämpfung: Minimiert Vibrationen durch Massenträgheit und Steifigkeit
- Präzisionserhalt: Garantiert konstante Abstände zwischen beweglichen Teilen
- Thermische Stabilität: Bleibt auch bei Temperaturänderungen formstabil
- Modulare Erweiterbarkeit: Ermöglicht nachträgliche Upgrades und Anpassungen
Rahmenmaterialien im Detail
Die Wahl des Rahmenmaterials beeinflusst Gewicht, Kosten, Steifigkeit und Schwingungsverhalten deines 3D-Druckers grundlegend. Jedes Material bringt spezifische Vor- und Nachteile mit sich, die du bei der Auswahl oder beim Eigenbau berücksichtigen solltest.
| Material | Steifigkeit | Gewicht | Kosten | Dämpfung | Verarbeitung |
|---|---|---|---|---|---|
| Aluminium-Strangpressprofile | Sehr gut | Mittel | Günstig | Mittel | Einfach |
| Stahlprofile | Hervorragend | Hoch | Mittel | Gut | Mittel |
| Acryl/Plexiglas | Gering | Gering | Günstig | Schlecht | Einfach |
| MDF/Holz | Mäßig | Mittel-Hoch | Sehr günstig | Sehr gut | Einfach |
| Carbon-Verbundwerkstoffe | Hervorragend | Sehr gering | Teuer | Gut | Komplex |
Aluminium-Strangpressprofile (V-Slot, T-Slot)
Aluminium-Strangpressprofile haben sich als Standard in der 3D-Drucker-Industrie etabliert. Die gängigsten Formate sind 2020 (20x20mm), 2040 (20x40mm), 3030 und 4040, wobei die Zahlen die Querschnittsdimensionen in Millimetern angeben. Das Material bietet ein hervorragendes Verhältnis zwischen Steifigkeit, Gewicht und Preis.
V-Slot Profile
V-förmige Nuten ermöglichen die direkte Integration von Linearführungen mit V-Rollen. Diese Bauweise reduziert Kosten und Komplexität, da die Profile gleichzeitig als Führungsschienen dienen.
Typische Anwendung: Budget-Drucker, CoreXY-Konstruktionen, DIY-Projekte
T-Slot Profile
T-förmige Nuten bieten universelle Befestigungsmöglichkeiten für Winkel, Halterungen und Komponenten. Sie erlauben flexible Positionierung und einfache Anpassungen ohne Bohren.
Typische Anwendung: Professionelle Drucker, Bausatz-Systeme, modulare Konstruktionen
Verstärkte Profile
Profile mit dickeren Wandstärken oder zusätzlichen Verstrebungen bieten höhere Steifigkeit für große Druckvolumina oder schnelle Druckgeschwindigkeiten.
Typische Anwendung: Großformat-Drucker, Hochgeschwindigkeitsdrucker
Vorteile Aluminium
- Leichtes Gewicht bei hoher Steifigkeit
- Korrosionsbeständig und langlebig
- Einfache Montage mit Standardverbindern
- Gute Verfügbarkeit und Standardisierung
- Flexibel für Modifikationen
- Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Nachteile Aluminium
- Geringere Schwingungsdämpfung als Stahl
- Kann bei sehr großen Spannweiten durchbiegen
- Qualitätsunterschiede zwischen Herstellern
- Thermische Ausdehnung bei Temperaturwechsel
- Weicher als Stahl – anfällig für Kratzer
Stahlrahmen
Stahlkonstruktionen kommen bei industriellen 3D-Druckern und High-End-Geräten zum Einsatz. Die deutlich höhere Steifigkeit und Masse reduzieren Vibrationen effektiv, was besonders bei hohen Druckgeschwindigkeiten und großen Bauvolumina von Vorteil ist.
Praxistipp: Bei Druckern mit geschlossenen Bauraum und aktiver Heizkammer ist Stahl die bessere Wahl, da Aluminium bei Temperaturen über 60°C merklich an Festigkeit verliert. Stahlrahmen bleiben auch bei Kammertemperaturen von 80-100°C dimensionsstabil.
Acryl und Holzwerkstoffe
Acrylglas und MDF-Platten finden sich hauptsächlich bei Budget-Druckern und älteren Modellen. Während diese Materialien kostengünstig und einfach zu verarbeiten sind, limitieren sie die Druckqualität erheblich.
Wichtig zu wissen: Acrylrahmen neigen zu Rissbildung an Befestigungspunkten, besonders wenn Schrauben zu fest angezogen werden. MDF kann durch Luftfeuchtigkeit aufquellen und sich verziehen, was die Druckgenauigkeit beeinträchtigt. Beide Materialien eignen sich nicht für Drucker, die präzise Ergebnisse liefern sollen.
Rahmengeometrien und ihre Eigenschaften
Die geometrische Anordnung der Rahmenelemente bestimmt Stabilität, Druckraum-Effizienz und mechanische Eigenschaften deines 3D-Druckers. Unterschiedliche Konstruktionsprinzipien haben sich für verschiedene Anwendungsbereiche etabliert.
Kartesische Rahmen (XYZ-Portal)
Die klassische kartesische Bauweise verwendet orthogonale Achsen mit separaten Linearführungen für X-, Y- und Z-Bewegungen. Diese Konstruktion ist mechanisch einfach, intuitiv verständlich und erlaubt präzise Kalibrierung.
CoreXY-Rahmen
CoreXY-Konstruktionen nutzen ein cleveres Riemensystem, bei dem X- und Y-Bewegungen durch zwei synchronisierte Motoren erzeugt werden. Der Druckkopf bleibt dabei leicht, da beide Motoren statisch am Rahmen befestigt sind.
Besonderheiten der CoreXY-Geometrie
Der Rahmen muss bei CoreXY-Druckern besonders torsionssteif sein, da Verdrehungen direkt zu diagonalen Verschiebungen führen. Die vier vertikalen Eckpfosten sollten mindestens 3030 Profile sein, bei größeren Bauräumen 4040 oder verstärkte Konstruktionen. Kreuzstreben zwischen den Ecken erhöhen die Steifigkeit deutlich.
Delta-Rahmen
Delta-Drucker verwenden eine zylindrische oder prismatische Rahmenkonstruktion mit drei vertikalen Säulen. Die Geometrie ist grundlegend anders als bei kartesischen Systemen und stellt spezielle Anforderungen an den Rahmen.
Kritische Rahmeneigenschaften bei Delta-Druckern
- Präzise Säulenabstände: Abweichungen von wenigen Zehntelmillimetern beeinflussen die Druckgenauigkeit
- Vertikale Ausrichtung: Alle drei Säulen müssen exakt parallel stehen
- Steife Bodenplatte: Muss die Säulenposition zuverlässig fixieren
- Obere Verbindung: Dreiecks- oder Ringkonstruktion zur Stabilisierung
Rahmenstabilität und Schwingungsverhalten
Ein oft unterschätzter Aspekt ist das Schwingungsverhalten des Rahmens. Selbst hochwertige Komponenten können nur dann präzise arbeiten, wenn der Rahmen Vibrationen effektiv dämpft und mechanische Resonanzen vermeidet.
Physikalische Grundlagen
Jede mechanische Konstruktion hat Eigenfrequenzen, bei denen sie zum Schwingen neigt. Wenn die Bewegungsfrequenz deines Druckkopfes mit einer Eigenfrequenz des Rahmens übereinstimmt, entstehen Resonanzen, die als Muster im Druckergebnis sichtbar werden (Ringing, Ghosting).
Steifigkeit erhöhen
Dickere Profile, kürzere Spannweiten und zusätzliche Verstrebungen erhöhen die Eigenfrequenzen und reduzieren Amplituden.
Maßnahmen: Diagonalstreben, Eckverbinder, größere Profilquerschnitte
Masse erhöhen
Höhere Rahmenmasse dämpft Schwingungen durch Trägheit. Besonders die Basis profitiert von zusätzlichem Gewicht.
Maßnahmen: Betonsteine, Stahlplatten, massive Füße
Dämpfung verbessern
Dämpfungselemente wandeln Schwingungsenergie in Wärme um und verhindern Resonanzaufschaukelung.
Maßnahmen: Gummifüße, Schaumstoffmatten, Dämpfungsgewichte
Praktische Stabilitätstests
Du kannst die Rahmenstabilität deines Druckers mit einfachen Tests überprüfen:
Wackeltest: Bewege den Rahmen an verschiedenen Punkten. Ein stabiler Rahmen zeigt kaum Bewegung, auch bei Krafteinwirkung an den Ecken. Nachgiebige Stellen deuten auf Schwachpunkte hin.
Diagonalmessung: Miss die Diagonalen bei rechteckigen Rahmen. Beide Werte sollten identisch sein (Toleranz unter 0,5mm). Abweichungen zeigen Verdrehungen.
Klopftest: Klopfe mit dem Fingerknöchel gegen verschiedene Rahmenbereiche. Ein dumpfer Klang deutet auf gute Dämpfung hin, helle klingende Bereiche schwingen stärker.
Rahmenverbindungen und Befestigungen
Die schwächsten Punkte jeder Rahmenkonstruktion sind die Verbindungsstellen. Selbst hochwertige Profile bringen wenig, wenn die Verbindungen nachgeben oder Spiel aufweisen.
Eckverbinder-Typen
L-Winkel und Flachverbinder
Einfache Metallwinkel sind die günstigste Verbindungslösung, bieten aber nur begrenzte Steifigkeit. Sie eignen sich für unkritische Bereiche oder leichte Konstruktionen.
- Vorteile: Günstig, einfach zu montieren, nachträglich justierbar
- Nachteile: Geringste Steifigkeit, mehrere Schrauben nötig, Spiel möglich
Gusswürfel-Verbinder
Präzisionsgegossene Aluminiumwürfel mit vorgeformten Aufnahmen für Profile bieten deutlich höhere Steifigkeit. Sie umschließen die Profilenenden auf mehreren Seiten und verteilen Kräfte gleichmäßig.
- Vorteile: Sehr steif, präzise Winkel, saubere Optik
- Nachteile: Teurer, weniger flexibel bei Änderungen
Innenverbinder
Innenverbinder sitzen vollständig in den Profilnuten und bleiben unsichtbar. Sie nutzen Spannmechanismen oder Gewindestangen zur Fixierung.
- Vorteile: Ästhetisch, platzsparend, stabile Verbindung
- Nachteile: Schwierige Montage, teure Spezialteile erforderlich
Montage-Tipp: Ziehe Schrauben bei Aluminiumverbindungen mit maximal 4-5 Nm an. Zu festes Anziehen verformt die Nuten und kann zum Ausreißen der Gewinde führen. Verwende Schraubensicherung statt übermäßiger Kraft.
Rahmenmodifikationen und Upgrades
Viele 3D-Drucker profitieren von gezielten Rahmenverbesserungen. Diese Upgrades können Druckqualität, Stabilität und Lebensdauer deutlich steigern.
Häufige Upgrade-Maßnahmen
Zusätzliche Versteifungen
Diagonalstreben zwischen den Eckpfosten erhöhen die Torsionssteifigkeit erheblich. Besonders bei CoreXY-Druckern und großen Bauvolumina ist dies eine der wirkungsvollsten Maßnahmen.
Wo anbringen: Horizontal zwischen den oberen und unteren Rahmenenden, diagonal an der Rückseite, als Kreuzstreben an kritischen Stellen
Verstärkung der Z-Achse
Bei kartesischen Druckern trägt die Z-Achse das Gewicht von Druckbett oder Portal. Zusätzliche Z-Führungen, dickere Profile oder steifere Spindeln reduzieren Z-Wobble und Layer-Inkonsistenzen.
Rahmen-Einhausung
Geschlossene Gehäuse aus Acryl, Polycarbonat oder Verbundplatten dienen nicht nur der Temperaturstabilisierung, sondern versteifen den Rahmen zusätzlich. Die Platten wirken wie Versteifungsbleche an einem Träger.
Empfohlene Plattenstärken für Einhausungen
Schwingungsdämpfung nachrüsten
Selbst bei optimal konstruierten Rahmen können Schwingungen auftreten. Gezielte Dämpfungsmaßnahmen reduzieren Druckfehler merklich.
Füße und Unterlagen
Die Verbindung zwischen Drucker und Untergrund beeinflusst das Schwingungsverhalten stark. Harte Verbindungen übertragen Vibrationen in beide Richtungen, während Dämpfungselemente diese abfangen.
- Gummifüße: Standard-Lösung, dämpfen mittelfrequente Schwingungen
- Sorbothane-Pads: Hochleistungsdämpfer für breites Frequenzspektrum
- Schaumstoffmatten: Günstige Option mit guter Dämpfung bei niedrigen Frequenzen
- Betonsteine: Erhöhen Masse, stabilisieren Drucker, kombinierbar mit Dämpfern
Dämpfungsgewichte
Zusätzliche Masse an strategischen Punkten verändert Eigenfrequenzen und dämpft Schwingungen. Besonders wirksam am Portal bewegter Druckköpfe oder an den oberen Rahmenecken.
Rahmen für spezielle Anwendungen
Verschiedene Druckanforderungen erfordern spezialisierte Rahmenkonstruktionen. Die optimale Wahl hängt von Material, Geschwindigkeit, Präzision und Bauvolumen ab.
Hochtemperatur-Drucker
Für Materialien wie PC, Nylon, PEEK oder PEI sind Kammertemperaturen von 60-100°C erforderlich. Dies stellt besondere Anforderungen an den Rahmen:
Materialeigenschaften bei Temperatur
Aluminium verliert bei 80°C etwa 10% seiner Festigkeit, bei 100°C bereits 15-20%. Stahl bleibt auch bei 100°C nahezu unverändert. Für aktiv geheizte Kammern ist daher Stahl die bessere Wahl, oder massivere Aluminiumprofile als Kompensation.
Thermische Ausdehnung: 1 Meter Aluminium dehnt sich bei 60°C Temperaturunterschied um etwa 1,4mm aus. Dies muss in der Konstruktion berücksichtigt werden.
Großformat-Drucker
Bauvolumina über 400x400x400mm erfordern besonders stabile Rahmen. Längere Spannweiten neigen zu Durchbiegung, größere bewegte Massen erzeugen stärkere dynamische Kräfte.
Skalierungsregel: Wenn du die Rahmendimensionen verdoppelst, steigt die erforderliche Profilgröße überproportional. Für einen Drucker mit doppelter Kantenlänge benötigst du etwa dreifach steifere Profile. Ein Wechsel von 2040 auf 4080 Profile ist typisch beim Skalieren von 300mm auf 600mm Baugröße.
Hochgeschwindigkeits-Drucker
Moderne Hochgeschwindigkeitsdrucker mit 300-500 mm/s Druckgeschwindigkeit und 10.000-20.000 mm/s² Beschleunigung erzeugen enorme dynamische Kräfte. Der Rahmen muss diese ohne Verformung aufnehmen.
- Massereduzierung: Leichte bewegte Komponenten reduzieren Kräfte
- Versteifte Konstruktion: Kreuzstreben in allen kritischen Ebenen
- Präzise Verbindungen: Hochwertiges Verbindungssystem ohne Spiel
- Schwere Basis: Hohe Grundmasse für Stabilität und Dämpfung
Rahmenwartung und häufige Probleme
Auch der beste Rahmen benötigt gelegentliche Wartung. Regelmäßige Überprüfungen verhindern schleichende Verschlechterungen der Druckqualität.
Typische Rahmenprobleme und Lösungen
Gelockerte Verbindungen
Vibrationen können Schraubenverbindungen über Zeit lockern. Dies führt zu Spiel und Resonanzen.
Lösung: Quartalsweise alle Verbindungsschrauben kontrollieren und nachziehen. Schraubensicherung (mittelfest) verhindert weiteres Lockern. Bei wiederholtem Lockern stärkere Verbinder verwenden.
Rahmenverwindung
Ungleiche Belastung oder Temperatureinflüsse können den Rahmen minimal verziehen. Dies zeigt sich in Layer-Versatz oder Winkelabweichungen.
Diagnose: Diagonalen messen, Rechtwinkligkeit mit Winkel prüfen, Levelness mit Wasserwaage kontrollieren
Lösung: Rahmen auf ebener Unterlage justieren, verdrehte Verbinder lösen und neu ausrichten, eventuell Verstrebungen ergänzen
Schwingungsresonanzen
Neu auftretende Druckfehler bei bestimmten Geschwindigkeiten deuten auf veränderte Eigenfrequenzen hin.
Lösung: Alle beweglichen Komponenten auf festen Sitz prüfen, zusätzliche Dämpfung anbringen, Beschleunigungswerte anpassen, Input-Shaping kalibrieren
Präventive Wartung
Wartungsplan für Rahmen
Eigenbau vs. Fertigrahmen
Beim Aufbau oder der Modifikation eines 3D-Druckers stellt sich die Frage: Eigenen Rahmen konstruieren oder fertiges System nutzen?
Vorteile Eigenbau
- Vollständige Kontrolle über Dimensionen
- Optimierung für spezifische Anforderungen
- Kostenersparnis bei großen Projekten
- Lerneffekt und Verständnis der Mechanik
- Unbegrenzte Anpassungsmöglichkeiten
- Integration vorhandener Komponenten
Nachteile Eigenbau
- Hoher Zeitaufwand für Planung
- Risiko von Konstruktionsfehlern
- Werkzeug und Fachwissen erforderlich
- Keine Garantie oder Support
- Beschaffung vieler Einzelteile nötig
- Möglicherweise teure Fehlkäufe
Wann lohnt sich Eigenbau?
Ein selbst konstruierter Rahmen macht Sinn, wenn du spezielle Anforderungen hast, die Standardsysteme nicht erfüllen. Großformate über 500mm Kantenlänge, ungewöhnliche Proportionen oder Integration in vorhandene Umgebungen sind typische Gründe.
Für Standardanwendungen bieten Bausätze und fertige Rahmen meist das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie sind erprobt, gut dokumentiert und vermeiden zeitraubende Experimente.
Zukunftstrends bei Rahmenkonstruktionen
Die Entwicklung von 3D-Drucker-Rahmen geht in Richtung optimierter Strukturen, die gezielt Steifigkeit und Gewicht balancieren.
Topologie-optimierte Rahmen
Computer-generierte Strukturen platzieren Material nur dort, wo es mechanisch benötigt wird. Dies führt zu organisch wirkenden Formen mit maximaler Steifigkeit bei minimalem Gewicht. Die Fertigung erfolgt durch CNC-Fräsen, Laserschneiden oder additives Manufacturing aus Metall.
Verbundwerkstoffe
Carbon-Fiber-Verbundprofile bieten Steifigkeit wie Stahl bei Gewicht unter Aluminium. Die derzeit noch hohen Kosten sinken mit zunehmender Verbreitung. Erste Hochleistungsdrucker nutzen bereits Carbon-Rahmen.
Aktive Schwingungsdämpfung
Sensoren erkennen Vibrationen, Aktoren erzeugen Gegenschwingungen zur Auslöschung. Diese Technologie aus der Industriemaschinen-Branche wird zunehmend auch für 3D-Drucker adaptiert.
Ausblick
Die nächste Generation von 3D-Druckern wird integrierte Rahmen-Sensor-Systeme nutzen, die Eigenfrequenzen automatisch erkennen und Druckparameter in Echtzeit anpassen. Input-Shaping-Algorithmen werden direkt mit Rahmeneigenschaften verknüpft und optimieren sich selbstständig.
Fazit: Der Rahmen als Fundament der Druckqualität
Der Rahmen deines 3D-Druckers ist weitaus mehr als eine tragende Konstruktion. Er bestimmt fundamentale Leistungseigenschaften und beeinflusst die Druckqualität ebenso stark wie Extruder oder Hotend. Ein solider, gut konstruierter Rahmen ermöglicht präzise Drucke, reduziert Wartungsaufwand und erlaubt zukünftige Upgrades.
Bei der Auswahl oder dem Bau eines Rahmens solltest du Materialwahl, Geometrie und Verbindungstechnik sorgfältig auf deine Anforderungen abstimmen. Aluminium-Strangpressprofile bieten für die meisten Anwendungen das beste Gesamtpaket, während Stahl bei Hochtemperatur oder Großformat Vorteile bringt. Regelmäßige Wartung und gezielte Optimierungen halten deinen Drucker dauerhaft auf höchstem Niveau.
Investiere in einen qualitativ hochwertigen Rahmen – diese Grundlage zahlt sich über die gesamte Lebensdauer deines 3D-Druckers aus und bildet die Basis für exzellente Druckergebnisse.
Welches Rahmenmaterial ist für 3D-Drucker am besten geeignet?
Aluminium-Strangpressprofile (2020, 2040, 3030) bieten für die meisten Anwendungen das beste Verhältnis aus Steifigkeit, Gewicht und Kosten. Stahlrahmen sind bei Hochtemperatur-Druckern mit aktiver Heizkammer oder sehr großen Bauvolumina vorzuziehen, da sie deutlich steifer sind und bei Temperatur formstabiler bleiben. Für Budget-Projekte können Holzwerkstoffe ausreichen, limitieren aber die erreichbare Präzision erheblich.
Wie erkenne ich ob mein 3D-Drucker-Rahmen zu schwach ist?
Typische Anzeichen für einen zu schwachen Rahmen sind sichtbare Bewegungen beim Wackeltest an den Ecken, wiederholte Druckfehler wie Ringing oder Ghosting trotz korrekter Einstellungen, unterschiedliche Diagonalmaße bei rechteckigen Rahmen (Abweichung über 0,5mm) und gelockerte Verbindungen, die sich regelmäßig lösen. Ein Klopftest mit dem Fingerknöchel sollte einen satten, gedämpften Klang erzeugen – helle, klingende Geräusche deuten auf zu geringe Steifigkeit hin.
Kann ich meinen bestehenden 3D-Drucker-Rahmen versteifen?
Ja, die meisten Rahmen lassen sich durch Nachrüstungen deutlich verbessern. Wirkungsvolle Maßnahmen sind das Anbringen von Diagonalstreben zwischen den Eckpfosten, der Austausch schwacher Eckverbinder gegen steifere Gusswürfel oder Innenverbinder, das Hinzufügen einer geschlossenen Einhausung aus stabilen Platten sowie die Erhöhung der Rahmenmasse durch Dämpfungsgewichte oder eine schwere Basis aus Beton oder Stahlplatten.
Welche Profilgröße benötige ich für welches Bauvolumen?
Für Bauvolumina bis 250mm Kantenlänge reichen 2020 Profile bei kartesischen Systemen, CoreXY sollte mindestens 2040 nutzen. Zwischen 250-400mm sind 3030 Profile empfehlenswert, bei CoreXY besser 4040. Für Großformat über 400mm sollten mindestens 4040 Profile verwendet werden, bei Spannweiten über 600mm sind 4080 oder verstärkte Sonderkonstruktionen erforderlich. Die Z-Achse benötigt oft größere Profile als X und Y, da sie statische Lasten trägt.
Wie wichtig ist die Rahmendämpfung für die Druckqualität?
Rahmendämpfung ist entscheidend für hochwertige Druckergebnisse, besonders bei höheren Geschwindigkeiten. Undämpfte Rahmen übertragen Vibrationen der schnell bewegten Achsen in den gesamten Drucker, was zu sichtbaren Artefakten im Druckbild führt. Gute Dämpfung erreicht man durch ausreichende Rahmenmasse, dämpfende Unterlagen wie Gummifüße oder Sorbothane-Pads, zusätzliche Dämpfungsgewichte an kritischen Stellen und moderne Input-Shaping-Algorithmen, die Resonanzfrequenzen gezielt vermeiden.